Eine Wohnung mieten in Bern
Was Sie bei der Wohnungssuche in Bern erwartet und wie Sie ein Dossier zusammenstellen, das Vermieter ernst nehmen.
Die Wohnungssuche in Bern folgt einem eigenen Rhythmus und eigenen Formalitäten, und wer sich gut vorbereitet, kommt weiter als wer schnell ist. Als Bundesstadt zieht Bern Diplomatinnen und Diplomaten, Angestellte der Bundesverwaltung, Universitätsforschende und Firmenumzüge an, was die Nachfrage nach gut gelegenen Wohnungen konstant hoch hält. Wer aus dem Ausland kommt, wird meist weniger von der Miethöhe selbst überrascht als von der Art, wie Besichtigungen organisiert sind, von den Unterlagen, die Vermieter schon vor der ersten Rückmeldung verlangen, und davon, wie schnell ein gutes Inserat wieder verschwindet.
Diese Seite führt Sie durch die praktischen Aspekte der Wohnungssuche in Bern: wo Sie suchen, wie der Bewerbungsprozess abläuft, was ein Vermieter von Ihnen verlangt, und welche Punkte Neuankömmlinge am häufigsten überraschen. Sie ergänzt unseren umfassenderen Leitfaden zu den Lebenshaltungskosten in Bern sowie unseren Überblick über die Quartiere der Stadt, beide von dieser Seite aus verlinkt.
Wie der Berner Wohnungsmarkt funktioniert
Der Berner Wohnungsbestand besteht überwiegend aus etablierten Mehrfamilienhäusern, die oft von professionellen Immobilienverwaltungen und nicht von privaten Vermietern betreut werden. Das bedeutet, dass der Prozess schon bei der ersten Anfrage formell und dokumentenlastig ist, selbst bei einer bescheidenen Einzimmerwohnung.
Das Zentrum und die angrenzenden Quartiere wie Kirchenfeld, Länggasse und die historische Altstadt sind durchgehend gefragt und wechseln rasch die Mieterschaft. Etwas weiter aussen, in Gebieten wie Bümpliz, Bethlehem oder auf der anderen Seite der Aare in Bern-Ost, ist das Angebot meist grösser und die Konkurrenz um ein bestimmtes Inserat geringer.
Inserate werden laufend auf den grossen Schweizer Immobilienportalen aktualisiert, und die besten Wohnungen sind oft schon wenige Tage nach der Veröffentlichung vergeben. Wer gespeicherte Suchen mit Benachrichtigungen einrichtet, statt einmal pro Woche manuell zu stöbern, sieht deutlich mehr passende Angebote.
Wo Sie eine Wohnung suchen
Die meisten Mietwohnungen in Bern werden auf den landesweiten Immobilienportalen ausgeschrieben, die in der Deutschschweiz üblich sind, ergänzt durch die Angebotsseiten lokaler Verwaltungen. Manche Verwaltungen veröffentlichen Inserate zunächst exklusiv auf ihrer eigenen Website, bevor sie auf den grossen Portalen erscheinen – es lohnt sich also, die grösseren lokalen Immobilienverwaltungen zu identifizieren und ihre Seiten direkt zu prüfen.
Mundpropaganda und berufliche Netzwerke spielen in Bern nach wie vor eine wichtige Rolle, besonders bei Wohnungen, die diskret zwischen Mieterinnen und Mietern weitergegeben werden, die der Hausverwaltung bereits bekannt sind. Wer für eine Stelle bei der Bundesverwaltung, einer internationalen Organisation oder der Universität umzieht, findet über Kolleginnen und Kollegen, die den Prozess bereits durchlaufen haben, oft gute Hinweise.
- Nationale Immobilienportale (der Hauptkanal für die meisten Inserate)
- Websites lokaler Immobilienverwaltungen (Verwaltungen)
- Anschlagbretter in Universitäts- und Spitalgebäuden, für kürzere oder gemeinsam genutzte Wohnformen
- Persönliche und berufliche Netzwerke, besonders für Angebote per Mundpropaganda
Ihr Bewerbungsdossier zusammenstellen
In Bern erwarten Vermieter, wie überall in der Schweiz, ein vollständiges Bewerbungsdossier bereits bei der Besichtigung selbst, nicht erst danach. Mit einem unvollständigen Dossier zu erscheinen, ist einer der häufigsten Gründe, weshalb eine an sich passende Bewerbung zugunsten einer besser vorbereiteten Person übergangen wird.
Ein übliches Dossier umfasst einen Identitätsnachweis, einen Einkommensnachweis (aktuelle Lohnabrechnungen oder einen Arbeitsvertrag), einen Betreibungsregisterauszug, der bestätigt, dass keine offenen Betreibungen bestehen, sowie oft eine Referenz des bisherigen Vermieters. Neuankömmlinge in der Schweiz, die noch keinen lokalen Betreibungsregisterauszug vorweisen können, sollten dies von sich aus offen ansprechen und alternative Sicherheiten anbieten, etwa ein Bestätigungsschreiben des Arbeitgebers oder die Möglichkeit, mehrere Monatsmieten im Voraus zu bezahlen.
- Kopie eines gültigen Ausweises oder Passes sowie der Aufenthaltsbewilligung, falls bereits ausgestellt
- Einkommensnachweis: aktuelle Lohnabrechnungen, ein Arbeitsvertrag oder ein Bestätigungsschreiben des Arbeitgebers
- Betreibungsregisterauszug Ihrer Wohngemeinde, sobald Sie diesen beantragen können
- Referenzschreiben des bisherigen Vermieters, falls vorhanden
- Ein kurzes, professionelles Begleitschreiben, das Sie und Ihren Haushalt vorstellt
Ein vollständiges, überzeugendes Dossier zusammenzustellen, bevor Sie über Schweizer Referenzen oder eine Betreibungshistorie verfügen, ist für viele der schwierigste Teil des Neustarts aus dem Ausland. Unser Wohnungssuche-Service bereitet Ihr Dossier vor, präsentiert Ihr Anliegen bei Vermietern und Verwaltungen und nimmt Besichtigungen in Ihrem Namen wahr, damit Ihnen keine gute Wohnung wegen fehlender Unterlagen entgeht.
Kostenlose Erstberatung anfordernBesichtigungen, Kaution und Mietvertrag
Besichtigungen in Bern finden häufig als offene Termine statt, bei denen mehrere Interessierte dieselbe Wohnung innerhalb eines kurzen Zeitfensters besichtigen und ihr Dossier direkt vor Ort einreichen. Wer pünktlich erscheint, angemessen gekleidet ist und das Dossier sofort übergeben kann, hinterlässt einen deutlich besseren Eindruck als jemand, der die Unterlagen erst später nachreichen will.
Sobald sich ein Vermieter für Ihre Bewerbung entscheidet, unterzeichnen Sie einen Mietvertrag, der Miete, Nebenkosten, Kündigungsfrist und allfällige Hausordnung festlegt. Eine Mietkaution, die üblicherweise auf einem gesperrten Bankkonto auf Ihren Namen hinterlegt wird, ist Standard und wird am Ende des Mietverhältnisses zurückerstattet, sobald die Wohnung geprüft und allfällige Schäden über die normale Abnutzung hinaus geregelt sind.
Lesen Sie den Vertrag und das begleitende Wohnungsübergabeprotokoll vor der Unterzeichnung sorgfältig durch und notieren Sie bestehende Schäden bei der Übergabe, damit Sie später nicht dafür verantwortlich gemacht werden.
Häufige Stolperfallen für Neuankömmlinge
Der häufigste Fehler ist, zu unterschätzen, wie schnell der Prozess nach einer erfolgreichen Besichtigung voranschreitet, und kein vollständiges Dossier im Voraus bereitzuhalten. Ein zweiter verbreiteter Fehler ist, sich nur auf die Nettomiete zu konzentrieren und die Nebenkosten für Heizung, Wasser und Gebäudeunterhalt zu übersehen, die separat abgerechnet werden und den monatlichen Wohnkostenbetrag spürbar erhöhen können.
Auch die Sprache kann den Prozess verlangsamen: Korrespondenz mit Verwaltungen und Mietverträge in Bern sind in der Regel auf Deutsch verfasst, und eine selbstsichere, gut formulierte deutschsprachige E-Mail erhält oft schneller eine Antwort als eine auf Englisch.
Ebenfalls lesenswert
Häufig gestellte Fragen
Wie lange dauert es, eine Wohnung in Bern zu finden?
Brauche ich einen Schweizer Betreibungsregisterauszug, bevor ich in Bern mieten kann?
Kann man in Bern eine Wohnung mieten, ohne Deutsch zu sprechen?
Was ist in der Miete enthalten und was wird separat abgerechnet?
Kann ein Relocation-Service eine Wohnung für mich finden, bevor ich in Bern ankomme?
Bereit für den nächsten Schritt?
Sprechen Sie unverbindlich mit einer Beraterin oder einem Berater über Ihre Situation.