Was ist LAMal in der Schweiz?
Das Bundesgesetz hinter dem obligatorischen Krankenversicherungssystem der Schweiz
Kurzantwort
LAMal (Loi fédérale sur l'assurance-maladie), auf Deutsch als KVG bekannt, ist das Schweizer Bundesgesetz, das die obligatorische Grundversicherung für jede in der Schweiz wohnhafte Person vorschreibt. Es legt die Mindestleistungen fest, die jede zugelassene Krankenkasse erbringen muss, und gilt unabhängig von Nationalität, Erwerbsstatus oder bereits bestehendem Versicherungsschutz im Ausland.
Wer in die Schweiz zieht, stösst früh auf das Kürzel LAMal beziehungsweise KVG – meist in einem Schreiben der Gemeinde oder des Kantons, das an den Abschluss einer Krankenversicherung erinnert. Es handelt sich nicht um ein einzelnes Versicherungsprodukt, sondern um den gesetzlichen Rahmen, der die Grundversicherung für alle Einwohnerinnen und Einwohner regelt.
Dieses Gesetz früh zu verstehen lohnt sich, weil die Versicherungspflicht bereits ab dem Zuzugsdatum gilt und nicht erst ab dem Datum des Vertragsabschlusses. Die Wahl von Krankenkasse, Franchise und Versicherungsmodell wirkt sich zudem auf die monatliche Prämie aus, solange diese Vereinbarung besteht.
Was das KVG beim Zuzug in die Schweiz verlangt
Neuzuzügerinnen und Neuzuzüger müssen innerhalb einer festgelegten Frist nach der Ankunft eine KVG-konforme Grundversicherung abschliessen. Der Versicherungsschutz gilt dann rückwirkend ab dem Datum der Anmeldung als Einwohnerin oder Einwohner. Das bedeutet: Auch wer erst kurz vor Ablauf der Frist einen Vertrag unterzeichnet, ist für alle Behandlungskosten seit dem Zuzugsdatum versichert, sobald die Police in Kraft ist.
Die Versicherungspflicht betrifft praktisch alle Personen mit Wohnsitz in der Schweiz, einschliesslich Arbeitnehmenden, Selbstständigen, Familienangehörigen ohne eigenes Einkommen und in vielen Fällen auch Grenzgängerinnen und Grenzgängern, wobei für diese Kategorie besondere Regeln gelten. Eine bestehende ausländische Krankenversicherung, auch eine EU-Versicherung, erfüllt die KVG-Pflicht nicht automatisch; eine Befreiung muss in der Regel bei der kantonalen Behörde beantragt und bewilligt werden.
Wie die Grundversicherung nach KVG funktioniert
Die Grundversicherung wird von privaten Krankenkassen angeboten, doch die Leistungen sind gesetzlich standardisiert, sodass der medizinische Versicherungsschutz bei allen Anbietern identisch ist. Was sich zwischen Krankenkassen und Kantonen unterscheidet, ist die Prämie: Sie hängt von Ihrem Wohnkanton und Bezirk, Ihrer Altersgruppe sowie dem gewählten Versicherungsmodell und der Franchise ab.
Sie können Ihre Krankenkasse für die Grundversicherung frei wählen und zu bestimmten Zeitpunkten im Jahr wechseln – einer der wenigen Bereiche, in denen ein Vergleich die Kosten tatsächlich senkt, ohne die medizinischen Leistungen zu verändern. Haushalte mit bescheidenem Einkommen können Anspruch auf eine Prämienverbilligung (subside) haben, die vom Kanton und nicht von der Krankenkasse gewährt wird.
- Standardmodell: freie Arztwahl, höchste Prämie
- Hausarztmodell (médecin de famille): eine feste Hausärztin oder ein fester Hausarzt koordiniert die Behandlung, in der Regel tiefere Prämie
- HMO- oder Telemedizin-Modelle: eine Gesundheitspraxis oder telefonische Erstberatung ist die erste Anlaufstelle, meist die tiefste Prämie
- Franchise: der jährliche Betrag, den Sie selbst tragen, bevor die Versicherung Leistungen übernimmt; eine höhere Franchise senkt die Prämie
Wie das KVG in Ihr gesamtes Schweizer Versicherungspaket passt
Das KVG deckt nur die obligatorischen Grundleistungen ab. Viele Einwohnerinnen und Einwohner schliessen zusätzlich eine Zusatzversicherung (assurance complémentaire, VVG) ab, etwa für private oder halbprivate Spitalzimmer, Zahnbehandlungen oder alternative Medizin. Diese Produkte sind freiwillig und unterliegen einem anderen, weniger stark regulierten Rechtsrahmen.
Der Unfallversicherungsschutz ist je nach Anstellungsverhältnis unterschiedlich geregelt: Wer eine bestimmte Mindestanzahl Wochenstunden für einen Arbeitgeber tätig ist, ist in der Regel über die Unfallversicherung des Arbeitgebers gedeckt und kann dann beantragen, den Unfalldeckungsanteil aus der KVG-Police herauszunehmen, um die Prämie zu senken.
Typische Stolperfallen für Neuzuzüger
- Davon ausgehen, dass eine ausländische oder Expat-Police ausreicht, ohne zu prüfen, ob sie den KVG-Anforderungen entspricht
- Die günstigste Prämie wählen, ohne Franchise und Netzwerkbeschränkungen des Modells zu berücksichtigen
- Die Anmeldung über die Frist hinaus verzögern, was die rückwirkende Prämienpflicht nicht aufhebt
- Trotz bescheidenem Einkommen keine Prämienverbilligung beantragen, da diese aktiv beantragt und nicht automatisch gewährt wird
Kantonale Prämien, Versicherungsmodelle und Zusatzversicherungen während des Umzugs allein zu vergleichen, kostet viel Zeit. Unsere Beraterinnen und Berater arbeiten mit qualifizierten Versicherungsspezialistinnen und -spezialisten zusammen, um Ihnen bei der Wahl der passenden Grundversicherung und Zusatzversicherung zu helfen.
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Häufig gestellte Fragen
Ist die LAMal-Versicherung für alle in der Schweiz gleich?
Muss ich eine LAMal-Versicherung abschliessen, wenn ich bereits eine private Krankenversicherung aus meinem Heimatland habe?
Kann ich meine Krankenkasse nach dem Abschluss der LAMal-Versicherung wechseln?
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